Aggression, Tanz & Musik

Vor vielen Jahren schrieb ich einer Freundin einen Brief, der ich eine CD mit meiner Lieblingsmusik schenken wollte. Darin ermutigte ich sie, eine wunderschöne, eher sphärische, zarte Person dazu, sich diese Musik anzuhören…laut…lauter…und öfter…damit sie darauf tanzt oder besser stampft…und wieder den Boden der Tatsachen unter ihren Porzellanfüßen spürt. Ich schrieb ihr von der wilden Katze, der sie damit gestattet, sich in ihr breit zu machen, damit sie sich austobt, verausgabt, um sich dann schnurrend, zum Schlaf, wieder in ihr zusammen zu rollen.
Habe heraus gefunden, dass genau diese Musik für mich richtig ist, um im Tanz meine Aggressionen abzubauen.
Heute morgen in der Zahnklinik hatte ich Zeit, minutenlang die Panoramaaufnahme meiner Zähne anzusehen: Zu dem, nun aufnahmetechnisch breitgewalzten Kiefer, waren auch meine Nasen- und Augenhöhlen zu sehen und ich hatte das Gefühl, eine Fratze, mein inneres Biest, starrt mich an. Cool! Ich saß völlig fasziniert davor und führte verstohlen einen inneren Dialog mit ihr. Auf meine Frage: Tier, was brauchst du? kam ganz klar: “Bewegung brauche ich!… Und lass deinen Kopf mal Pause machen!…lebe, liebe, lache und arbeite, dann kann ich meine Zähne behalten und halte mich zurück. Wenn es brenzlig wird bei euerm Menschsein und nur in wirklichen Notfällen fauche ich, beisse ich und helfe dir.”

Ich gehorche und tanze…denn einen toten Zahn habe ich schon.

Beißhemmung vs. Zivilisation

Reißzähne brauchen wir nicht mehr

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Stefanie Jerz