Ghost Writer, Tote & Spaß dabei :)
Gestern Abend fiel mir auf dem Weg zur Komödie an der Steinstraße im Düsseldorfer U-Bahnhof ein gut aussehender Mann auf, der erst in Richtung Fahrplan lief, dann wieder zurück ging, den U-Bahnsteig verließ…schade dachte ich…hätte ihn mir gerne noch länger verstohlen aus dem Augenwinkel angesehen…passt vom Aussehen her genau in mein inzwischen auf meinen Mann gepoltes Beuteschema…aber dem sollte wohl nicht sein…und ich bin ja auch glücklich verheiratet…also gut so 
Zwei Stunden später gab es ein unverhofftes Wiedersehen mit diesem Mann…und zwar auf der Bühne in der Komödie…im Stück “Rose” . Dort gibt eben dieser Mann, der Schauspieler Roman Rossa, sehr eindrucksvoll den Ghost Writer Clancy, der der alternden Pulitzerpreisträgerin Rose helfen soll, den unvollendeten Roman ihres, seit fünf Jahren verstorbenen, Geliebten zu beenden. Judy Winter brilliert in dieser Rolle, die ihr wie auf den Leib geschrieben scheint. Selbstbezogen und verwöhnt kommandiert sie ihren geliebten, wohlgemerkt verstorbenen Walsh nach seinem Tod herum…quängelt, bis er zu ihr ins Bett kommt, statt geisterhaft am Strand zu wandeln. Hartmut Becker spielt hier souverän den Lebemann und besorgten Verblichenen. Hier ein Lob an Bühnen- und Kostümbildner…ich fand klasse, wie der ganz in weiß angezogene Becker mit der hellen Kulisse verschmolz…. auch die Beleuchter leisteten hier ganze Arbeit.
Um die Altersversorgung seiner zwar stets mit anderen Frauen betrogenen, aber immer geliebten Rose zu sichern, weist er sie auf sein verstecktes Manuskript hin und empfiehlt ihr, diesen Clancy als Ghost Writer zu engagieren…dieser nimmt, nicht zuletzt wegen Roses attraktiver, junger Freundin, den Auftrag an und erfüllt ihn auf ganz besondere Weise…mehr verrate ich hier nicht…es kommen noch spannende Wendungen, die ich mir etwas…sagen wir ruhig theatralischer gewünscht hätte…mit mehr Atem und ein wenig langsamer inszensiert…besonders Alexandra M. Wilcke als Roses Freundin, hätte noch etwas mehr Platz im Stück haben können, den sie sicher gut ausgefüllt hätte…aber sei´s drum. Bin sehr angeregt und nachdenklich nachhause gefahren mit dem guten Gefühl, dass es niemals zu spät ist, mit jemandem noch reinen Tisch zu machen.
Hatte Roman Rossa ein Taxi nehmen müssen, um pünktlich in der Maske zu sein…? Ich werde das wohl nie erfahren…
