Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Ghost Writer, Tote & Spaß dabei :)

Donnerstag, 22. April 2010

Gestern Abend fiel mir auf dem Weg zur Komödie an der Steinstraße im Düsseldorfer U-Bahnhof ein gut aussehender Mann auf, der erst in Richtung Fahrplan lief, dann wieder zurück ging, den U-Bahnsteig verließ…schade dachte ich…hätte ihn mir gerne noch länger verstohlen aus dem Augenwinkel angesehen…passt vom Aussehen her genau in mein inzwischen auf meinen Mann gepoltes Beuteschema…aber dem sollte wohl nicht sein…und ich bin ja auch glücklich verheiratet…also gut so Augenzwinkern

Zwei Stunden später gab es ein unverhofftes Wiedersehen mit diesem Mann…und zwar auf der Bühne in der Komödie…im Stück “Rose” . Dort gibt eben dieser Mann, der Schauspieler Roman Rossa, sehr eindrucksvoll den Ghost Writer Clancy, der der alternden Pulitzerpreisträgerin Rose helfen soll, den unvollendeten Roman ihres, seit fünf Jahren verstorbenen, Geliebten zu beenden. Judy Winter brilliert in dieser Rolle, die ihr wie auf den Leib geschrieben scheint. Selbstbezogen und verwöhnt kommandiert sie ihren geliebten, wohlgemerkt verstorbenen Walsh nach seinem Tod herum…quängelt, bis er zu ihr ins Bett kommt, statt geisterhaft am Strand zu wandeln. Hartmut Becker spielt hier souverän den Lebemann und besorgten Verblichenen. Hier ein Lob an Bühnen- und Kostümbildner…ich fand klasse, wie der ganz in weiß angezogene Becker mit der hellen Kulisse verschmolz…. auch die Beleuchter leisteten hier ganze Arbeit.
Um die Altersversorgung seiner zwar stets mit anderen Frauen betrogenen, aber immer geliebten Rose zu sichern, weist er sie auf sein verstecktes Manuskript hin und empfiehlt ihr, diesen Clancy als Ghost Writer zu engagieren…dieser nimmt, nicht zuletzt wegen Roses attraktiver, junger Freundin, den Auftrag an und erfüllt ihn auf ganz besondere Weise…mehr verrate ich hier nicht…es kommen noch spannende Wendungen, die ich mir etwas…sagen wir ruhig theatralischer gewünscht hätte…mit mehr Atem und ein wenig langsamer inszensiert…besonders Alexandra M. Wilcke als Roses Freundin, hätte noch etwas mehr Platz im Stück haben können, den sie sicher gut ausgefüllt hätte…aber sei´s drum. Bin sehr angeregt und nachdenklich nachhause gefahren mit dem guten Gefühl, dass es niemals zu spät ist, mit jemandem noch reinen Tisch zu machen.

Hatte Roman Rossa ein Taxi nehmen müssen, um pünktlich in der Maske zu sein…? Ich werde das wohl nie erfahren…

Bild von http://www.romanrossa.com

Bild von http://www.romanrossa.com

Fenster nach draußen…

Freitag, 12. März 2010

Sechs von zehn Fenstern sind geputzt…Zeit für eine Pause…also schreibe ich ein Bisschen.

Wie immer bei der Hausarbeit, habe ich meine Gedanken ziehen lassen…heute waren sie bei meiner lieben Freundin (sie weiß warum), bei meinem Mann im Büro der bald wieder nach England muss und dem ich mich dann noch näher fühle, als in den Tagen in denen wir dicht beieinander hocken…sie zogen weiter, die Gedanken, bis dahin, wie herausfordernd Liebe ist…eine Tätigkeit eben, die soviel abverlangt wie sie gibt…und weiter zu den Beschäftigungen, die mich sonst noch in Atem halten und ins Fließen bringen…womit ich wieder beim Schreiben wäre.

Ich freue mich sehr auf kommenden Sonntag. Bei der Lesung im Kulturforum Essen-Steele stellen wir Autorinnen - neben unseren eigenen Texten - unsere literarischen “Ikonen” vor.
Ich rede über Margaret Atwood, die mich in jungen Jahren tief beeindruckte und mir völlig neue Fenster in die Welt öffnete…Fenster? Ups…drei müssen noch geputzt werden…durch klare Fenster sieht die Welt draußen viel freundlicher aus. Also wieder an die Arbeit…kochen muss ich ja auch noch…

Zum Download: Margaret Atwood.doc

Huren, Trieb & Marktwirtschaft

Mittwoch, 29. Juli 2009

…ich reg mich auf!!! Schon seit gestern…über männliche Männer rege ich mich auf. Tut mir ja leid, wenn sich das anhört, wie über einen Kamm geschoren und es gibt ja auch - ich weiß das, ich kenne viele - eine Menge wunderbarer, einfach menschlicher Männer und ich liebe sie. Aber manche…uahhhh!!!! Nebenbei bemerkt ist das bei Frauen genau so: es gibt frauliche Frauen und eben einfach menschliche…aber das ist wieder ein anderes Thema.

So, jetzt geht es mir langsam besser. Ausgelöst wird mein Anfall durch Chauvi-Sprüche…eigentlich immer durch solche. Worte haben macht, finde ich, sie können, neben befreiender, bestätigender Wirkung oder einer kommentierenden, interessierenden auch eine verflucht zementierende Wirkung haben. Gebetsähnlich. Mantra. Scheiße!!!

In einem Forum nämlich, das ich eigentlich sehr schätze, könnte ich gerade regelrecht explodieren, weil man(n) und auch manche Frau sich dort gegenseitig weiß machen wollen, das der Beruf der Hure unverzichtbar für das gesellschaftliche Gleichgewicht ist. Ob die Menschen, die in einem solchen Beruf arbeiten, dass nun gut finden oder nicht, sei dahin gestellt und ist sicher individuell begründet. Diese gewollt liberale Haltung aber, dass es ja nun mal Männer gibt, die Sex brauchen und nicht auf übliche Weise bekommen können und es deshalb einer Sexindustrie bedarf, halte ich für ignorant, bequem und …soll ich´s sagen oder nicht…? misogyn…frauenfeindlich. Ich finde eigentlich peinlich, mit solchen Begriffen argumentieren zu müssen, weil ich in einem Land lebe, in dem Emanzipation ja ach soooo groß geschrieben wird. Wir müssen hier schließlich keine Kopftücher tragen um unsere Reize vor (sexual- und aggressions-)triebgebeutelten Männern zu verstecken. Das wäre ja Unterdrückung.

Nein, meine Damen und Herren, in Deutschland ist es den Frauen ganz offiziell und gegen Bezahlung erlaubt, jährlich fünf Millionen Männern die Triebabfuhr kontrolliert zu gewährleisten! Er weiß ja schließlich nicht, wie das geht. Außerdem geht es unseren Huren dabei besser, als den tausenden Frauen und Mädchen, die im Sudan missbraucht (allein dieses Wort…gibt es einen richtigen “Gebrauch” von Frauen, von Menschen?) werden, weil die tötenden Männer ihren Blutrausch mit einer Vergewaltigung ausklingen lassen müssen. “Das ist ein Fetisch, der uns da reitet, wir können da nichts für.” heißt es als Erklärung.

Merkwürdig…wirklich…ich komme mir schon subversiv vor, weil ich gerne einen Putzmann als Haushaltshilfe hätte…und der dürfte sogar angezogen bleiben und müsste sich nur unsere Böden, Fenster und die Wäsche kümmern. Auch wenn mir manchmal…wenn ich mir junge Männer so ansehe…Aber das ist auch wieder ein anderes Thema und außerdem sitzt mein handlungsweisendes Gehirn (wie glücklicherweise bei den meisten Männern & Frauen) zwischen meinen Ohren und nicht im Becken;)

im Namen des Vaters…

Freitag, 17. Juli 2009

…Natürlich finde ich wunderbar (!) dass ich, dank der Wissenschaft & Technik, bei heftigen Gewittern nicht den Zorn Gottes fürchten muss sondern auf einen Blitzableiter vertrauen kann…
Aber teilweise nimmt so genannter Fortschritt absurde Ausmaße an…nämlich dort, wo er darauf abzielt, Menschen überflüssig und abhängig zu machen…spätestens seit dem Pop-Philosophie-Streifen “Matrix” weiß doch wohl schon jeder Döspaddel, was passieren kann, wenn Technik, Konzept & Institution mächtiger werden als wir selbst…wir Menschen landen als nährende Batterien an den Versorgungsschläuchen einer riesigen nimmersatten Maschinerie. Eine Binsenweisheit….aber lernen wir daraus? Im Gegenteil, wir rennen vom Aberglauben unserer Vorfahren offenen Auges zur Hingabe an steuernde Institutionen. Selbst die Proteste gegen sie zeugen von der allgemeinen Anerkennung der Pseudo”lebendigkeit” abstrakter Wirklichkeiten:
Heutzutage sterben nicht mehr Menschen sondern Banken, statt sinnvoller Diskussion über Sterbebegleitung und -hilfe werden wir eingehend über den sanierenden Segen von Insolvenzverfahren informiert und kranke Menschen werden nicht mehr behandelt sondern per Gesundheitsreform organisiert…etc…
Nach der amüsanten Lektüre eines fiktiven Romans über Jesus´Jugendjahre frage ich mich, um wie viele Jahre früher er mundtot gekreuzigt worden wäre, hätte er nicht vom himmlischen Vater sondern von Mutter Erde gesprochen…und wie diese Welt in dem Falle heute wäre…

Eins der vielen deutlichen Symbole aus einem ambitionierten Film: Frau am Steuer fährt den Schlüsselmacher

Bild von Warner.bros

Brücken zwischen Wunsch & Wirklichkeit

Dienstag, 14. Juli 2009

Aus meiner Küche ein musikalischer Morgengruß für meinen (Lieblings)Mann im Büro, mit dem ich in jedes kalte Wasser springen würde. Ich hoffe, wir können immer mehr so leben wie wir möchten, ohne aussteigen zu müssen…wie macht man das? Schritt für Schritt und angefangen im Kleinen…?? Wie macht ihr das?

Lyras Bilder

Montag, 06. Juli 2009

die Körper belauscht
ihre Muskeln befragt
freie Bewegungen aufgespannt
als Saiten der Terpsichore

so fand sie was sie nicht ahnte und sah
niemals ihr eigenes Bild

die Schönheit der Tänzer hielt sie
uns hin
als Spiegel für Liebe und Angst

für Pina Bausch, deren Welt ich immer in meiner Nähe wusste und niemals betrat

über ihren eigenen Körper war sie längst hinaus gewachsen

Bild von www.telegraph.co.uk

geht doch…

Samstag, 25. Oktober 2008

…macht immer mehr Spaß. Was mich gestern fertig gemacht hat, geht heute leicht von der Hand.

Noch ein Hoch heute: Nein sagen fällt mir immer leichter.

ich habs ja gewusst…

Freitag, 24. Oktober 2008

…es wird schwierig, bis ich mich hier zu hause fühle. Noch viele Probleme. Dabei ist so wenig Zeit für alles.
Werde noch mal eine lange Frageliste schreiben müssen.

Bild © Nikolai Sorokin

Bild © Nikolai Sorokin

Wie verlinke ich Seiten hierarchisch untereinander? Warum klappen meine Umbrüche in den Texten nicht? Wie ändere ich die Schriftgröße, warum kann ich das Bild nicht hinsetzen wo ich will? Überhaupt kommt jeder Artikel nicht so raus, wie ich ihn mache…beim Bild ist beim Bearbeiten ein schöner Rahmen drum, der Text steht, wie ich möchte, rechts neben dem Bild…speicher ich, dann ist das Bild an die Navigatorseite links geklatscht und der Text irgendwo, der schöne rahmen auch futsch… …Newbie ich…das wird dauern…Hilfe heiliger Lunow!

Stefanie Jerz