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Aggression, Tanz & Musik

Mittwoch, 01. April 2009

Vor vielen Jahren schrieb ich einer Freundin einen Brief, der ich eine CD mit meiner Lieblingsmusik schenken wollte. Darin ermutigte ich sie, eine wunderschöne, eher sphärische, zarte Person dazu, sich diese Musik anzuhören…laut…lauter…und öfter…damit sie darauf tanzt oder besser stampft…und wieder den Boden der Tatsachen unter ihren Porzellanfüßen spürt. Ich schrieb ihr von der wilden Katze, der sie damit gestattet, sich in ihr breit zu machen, damit sie sich austobt, verausgabt, um sich dann schnurrend, zum Schlaf, wieder in ihr zusammen zu rollen.
Habe heraus gefunden, dass genau diese Musik für mich richtig ist, um im Tanz meine Aggressionen abzubauen.
Heute morgen in der Zahnklinik hatte ich Zeit, minutenlang die Panoramaaufnahme meiner Zähne anzusehen: Zu dem, nun aufnahmetechnisch breitgewalzten Kiefer, waren auch meine Nasen- und Augenhöhlen zu sehen und ich hatte das Gefühl, eine Fratze, mein inneres Biest, starrt mich an. Cool! Ich saß völlig fasziniert davor und führte verstohlen einen inneren Dialog mit ihr. Auf meine Frage: Tier, was brauchst du? kam ganz klar: “Bewegung brauche ich!… Und lass deinen Kopf mal Pause machen!…lebe, liebe, lache und arbeite, dann kann ich meine Zähne behalten und halte mich zurück. Wenn es brenzlig wird bei euerm Menschsein und nur in wirklichen Notfällen fauche ich, beisse ich und helfe dir.”

Ich gehorche und tanze…denn einen toten Zahn habe ich schon.

Beißhemmung vs. Zivilisation

Reißzähne brauchen wir nicht mehr

Evolution…was willst du genau?

Mittwoch, 03. Dezember 2008

Gestern traf meine Tochter ein Bericht in einer Jugendzeitschrift, wie ein Schlag in den Magen. Völlig fertig war sie von Bildern, die zeigen, was Tieren im menschlichen Nutzwahn zugemutet wird. Robben mit abgezogenem Fell, Katzen mit aus offenem Gehirn hängenden Kabeln, Hunde, denen die Augen zu gezüchtet wurden…und viele Grausamkeiten mehr. Eine wilde Diskussion am frühen Morgen darüber, was man macht mit solchen Informationen. Meine Tochter war wütend, voller Trauer und Ohnmacht. Was soll ich sagen? Ich liebte sie in diesem Moment über alles für ihre tiefen Gefühle. Ich erklärte ihr, dass ich genau deshalb: damit sie niemals abstumpft, so etwas als ungerecht zu empfinden, nicht erlaubt habe, unsinnig brutale Filme zu gucken. Dass ich genau, deshalb, weil ich über die tagtäglichen Grausamkeiten auf der Welt informiert bin, nicht dulden kann, dass Gewalt und Machtmissbrauch vor unseren Augen abgefeiert wird.
Meine Tochter hält mich deswegen immer noch für spießig aber ich werde dabei bleiben…
Wenn ich manchmal an diesem schwereren Weg zweifle, denke ich - obwohl ich gar nicht kirchlich fromm bin - an die Heilkräfte eines Jesus. Er hat die Menschen in seiner Umgebung geheilt, indem er sie berührte…körperlich und seelisch…that´s it! Berührung! Wir werden ihm an Weihnachten hoffentlich eine schöne Party machen;)

Bild von dem der so viel wusste wie schon lange keiner mehr: Da Vinci

Bild von dem der so viel wusste wie schon lange keiner mehr: Da Vinci

Stefanie Jerz